Mörikeweg

Schule im Jugendzentrum

Grundlagen und Ziele

Viele Jugendliche, insbesondere SuS der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung, verweigern den Schulbesuch und sind mit schulischen Angeboten allein nicht mehr zu erreichen. Da auch das Verhaltensspektrum dieser SuS gravierend zunimmt, was sogar ihre Schultauglichkeit selbst in Frage stellt, müssen neue pädagogische Wege aufgezeigt werden. Dabei sind wir aufgefordert gerade diesen Jugendlichen an einem außerschulischen Lernort neue, andere Lernangebote zu unterbreiten.

Primäre Aufgabe muss es daher sein, mit den SuS gemeinsam eine neue Schüleridentität aufzubauen und sie wieder in das reguläre Schulsystem zu integrieren bzw. berufsorientiert mit ihnen zu arbeiten.

Aus diesen Gründen und im Sinne einer ganzheitlichen Förderung besteht seit dem 1.2.2009 eine Kooperation mit dem Jugend- und Gemeinschaftszentrum Grengel. Dieses Projekt Schule im Jugendzentrum stellt angesichts seiner innovativen Kooperationsform zugleich eine neue Qualität des Zusammenwirkens von Schule und Jugendhilfe dar.

Die enge Zusammenarbeit findet ihren Ausdruck im aufeinander abgestimmten und aufbauenden pädagogischen Handeln und der interdisziplinären Ressourcenbündelung mit dem Ziel größtmöglicher Effizienz in der Hilfegewährung; sie dient der Installierung eines sozialraumnahen Jugendhilfeangebotes mit schulischer Ausrichtung.

In der Umsetzung bedeutet das konkret:

  • Offener Unterrichtsbeginn um 8.45 Uhr, Unterrichtsanfang um 9.00 Uhr
  • Der Vormittag ist unterteilt in zwei Unterrichtsphasen (9.00–10.30 Uhr und 11.15–12.30 Uhr)
  • Zwischen 10.30–11.15 Uhr: Aktive Pause mit unterschiedlichen Angeboten wie Billard-, Tischfussball-, Tischtennisspielen oder einfach nur Ausruhen.
  • Der gesamte Vormittag wird von zwei Lehrerinnen und Lehrern begleitet, die auch alle Aufsichten durchführen, immer für die SuS ansprechbar sind, so dass eine enge Beziehungsarbeit gewährleistet ist.

Zielgruppe für das Projekt Schule im Jugendzentrum:

Zielgruppe sind Jugendliche der Sekundarstufe I – teilweise Schulverweigerer -, die mit schulischen Maßnahmen nicht mehr zu erreichen sind.
Zielsetzung für das Projekt Schule im Jugendzentrum

Übergeordnetes Ziel ist die Reintegration in das bestehende System der schulischen und beruflichen Ausbildung. Dies beinhaltet sowohl die berufliche Orientierung und Integration als auch die Förderung der Sozial- und Handlungskompetenzen.

Teilziele auf diesem Weg sind:

  • Gewöhnung an einen regelmäßigen Alltag mit verbindlichen Beziehungen
  • Erlernen von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
  • Erziehung zu sozial agierenden Persönlichkeiten
  • Entwicklung von Kommunikationsfähigkeit
  • Kennenlernen von angemessenen Formen der Konfliktbewältigung
  • Befähigung, Frustration auszuhalten
  • Erlernen eines angemessenen Umgangs mit Misserfolg
  • Kennenlernen der eigenen Stärken und Schwächen
  • Erlernen eines angemessenen Umgangs mit Autoritäten und Regeln
  • Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein
  • Förderung des Durchhaltevermögens
  • Erkennen und Abbau von Lernblockaden
  • Vertiefung vorhandener schulischer Kenntnisse und Abbau schulischer Defizite
  • Ausbau der Methodenkompetenz
  • Entwicklung einer konkreten Lebens- und Berufsperspektive
  • Erwerb beruflicher Grundkenntnisse